Namenskonventionen
Einheitliche Namen sind keine Nebensache. Sie entscheiden mit darüber, ob Flows, Datensätze, Layer und Konfigurationen später wiedergefunden, verstanden und sauber weiterentwickelt werden können. Gerade in der Plattform arbeiten häufig mehrere Personen, Fachbereiche und Komponenten zusammen. Wenn jede Quelle, jeder Flow oder jedes Dashboard anders benannt ist, entstehen schnell Suchaufwand, Missverständnisse und unnötige Doppelstrukturen.
Für die Praxis heißt das: Namen sollten nicht nur technisch eindeutig sein, sondern auch fachlich verständlich. Ein guter Name hilft sofort dabei zu erkennen, was gemeint ist, woher etwas kommt und wofür es genutzt wird.
Grundregeln
- Namen sollten fachlich verständlich sein und nicht nur aus internen Abkürzungen bestehen.
- Ein Name sollte möglichst nur eine Sache ausdrücken und nicht mehrere Themen vermischen.
- Die gleiche Logik sollte in allen Bereichen wiederkehren, also zum Beispiel bei Flows, Tabellen, Layern und Datensätzen.
- Umlaute, Leerzeichen und Sonderzeichen sollten in technischen Bezeichnern möglichst vermieden werden.
- Für Anzeigenamen darf es verständlicher und lesbarer sein als für technische IDs.
- Wenn mit Präfixen gearbeitet wird, sollten diese im ganzen Projekt gleich verwendet werden.
Was sich in Namen idealerweise wiederfindet
Je nach Objekt ist es hilfreich, wenn ein Name mehrere dieser Aspekte erkennbar macht:
- Fachthema
- Datenquelle oder zuständiger Bereich
- Inhalt oder Objekttyp
- Ort oder Geltungsbereich
- Zweck der Nutzung
- Version oder Status, falls wirklich nötig
Nicht jeder Name muss alles enthalten. Wichtig ist vor allem, dass die gewählte Logik im Projekt konsistent bleibt.
Empfohlene Schreibweise
Für technische Namen ist eine einfache, robuste Schreibweise sinnvoll:
- Kleinbuchstaben
- Wörter mit
-oder_trennen - keine Umlaute
- keine wechselnden Kurzformen für denselben Begriff
Beispiele:
- gut:
verkehr-parkplaetze-belegung - gut:
umwelt-luftqualitaet-messstationen - gut:
geo-gruenflaechen - ungünstig:
ParkplätzeNeuFinal - ungünstig:
daten_fuer_dashboard_neu2 - ungünstig:
testflow_michael
Node-RED-Flows
Bei Flows sollte direkt erkennbar sein, welche Quelle angebunden wird und welches Zielsystem gemeint ist.
Sinnvoll ist oft ein Aufbau wie:
[quelle]-[inhalt]-[ziel]
Beispiele:
mqtt-pegel-kontextbrokerapi-wetter-datenbankdatei-poi-datenbankwfs-gruenflaechen-geoserver
Hilfreich ist zusätzlich:
- Test- oder Entwurfsflows klar als solche kennzeichnen
- keine Personennamen im regulären Flownamen
- produktive und experimentelle Flows nicht gleich benennen
Datenquellen und Schnittstellen
Bei Datenquellen sollte sichtbar werden, aus welchem fachlichen Kontext sie kommen.
Beispiele:
dwd-wettervorhersageosm-points-of-intereststadtwerke-zaehlerdatenverkehr-detektoren-innenstadt
Wichtig ist hier vor allem:
- gleiche Quelle immer gleich benennen
- Fachsystemnamen nicht jedes Mal anders abkürzen
- interne und öffentliche Bezeichnungen nicht vermischen
Datenbanken, Tabellen und Views
Bei Tabellen und Views sollte sofort erkennbar sein, ob es sich um Rohdaten, aufbereitete Daten oder anwendungsspezifische Sichten handelt.
Sinnvoll können zum Beispiel solche Muster sein:
raw_...für eingehende Rohdatenstaging_...für Zwischenschritteapp_...für anwendungsnahe Tabellenview_...oder sprechende View-Namen für Abfragesichten
Beispiele:
raw_umwelt_messwertestaging_parken_belegungapp_standorte_ladesaeulenview_dashboard_verkehr
Kontextbroker, Entitäten und Attribute
Im Kontextbroker ist Konsistenz besonders wichtig, weil dort mehrere Quellen auf gemeinsame Objektstrukturen treffen können.
Empfehlungen:
- vorhandene
Smart Data Modelsals Ausgangspunkt nutzen - gleiche Objekttypen nicht pro Projekt neu benennen
- Attribute nicht einmal deutsch und einmal englisch benennen
- fachliche Kürzel nur verwenden, wenn sie im Projekt wirklich etabliert sind
Ungünstig ist zum Beispiel:
- ein Projekt nutzt
parkingSpot - das nächste nutzt
parkplatz - ein drittes nutzt
parking_space_status
Besser ist:
- ein Modell festlegen
- dieses im Projekt konsequent durchhalten
- Abweichungen dokumentieren
GeoServer-Layer und Geodaten
Bei Layern und Geodiensten hilft eine Benennung, die Fachthema und Darstellungszweck gut voneinander trennt.
Beispiele:
verkehr_parkhaeuserumwelt_luftqualitaet_stationenplanung_bebauungsplaene
Für die Praxis wichtig:
- Layernamen sollten fachlich verständlich sein
- kryptische technische Zwischennamen sollten nicht bis in die Nutzung durchgereicht werden
- wenn Rohdaten und veröffentlichte Layer unterschiedlich heißen, sollte die Zuordnung dokumentiert sein
Dashboards und Visualisierungen
Dashboard-Namen sollten eher nutzerorientiert als technisch benannt sein. Fachbereiche suchen meist nach Themen, nicht nach Datenquellen.
Beispiele:
- gut:
Parkraum Innenstadt - gut:
Luftqualität Stadtgebiet - gut:
Energieverbrauch Verwaltungsgebäude - ungünstig:
grafana_board_12 - ungünstig:
postgres_monitoring_v2
Datenkatalog und Open Data
Bei Datensätzen im Datenkatalog zählen vor allem Verständlichkeit und Wiederauffindbarkeit.
Ein guter Datensatzname sollte:
- fachlich lesbar sein
- nicht nur aus internen Kürzeln bestehen
- möglichst dem Titel entsprechen, unter dem andere ihn später suchen würden
Beispiele:
Baumstandorte im StadtgebietParkhäuser und AuslastungLadesäulenstandorte
Was vermieden werden sollte
neu,final,final2,test,tmpals dauerhafte Namensbestandteile- Personennamen in produktiven Strukturen
- wechselnde Abkürzungen für denselben Begriff
- technische IDs als sichtbare Anzeigenamen
- fachlich gleiche Dinge mit unterschiedlichen Begriffen benennen